Exkursion in Bolivien – Teil 2

Ohne Worte!

Hier kommt Teil 2 unserer Exkursion durch Bolivien. Er umfasst die Route und meine persönlichen Highlights der zweiten Woche. Darunter fallen der Salar de Uyuni, ein Tischkickerturnier mit Studenten aus Oruro, für kurze Zeit endlich mal ein bisschen wärmeres Klima und mein persönlicher Höhenrekord. Whoop! Whoop! (Zu Teil 1 geht es hier entlang.) Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und Bestaunen der Fotos. 

Salar de Uyuni

Was bleibt übrig, wenn ein Salzsee, der keinen Abfluss zum Meer hat, vor über 10.000 Jahren austrocknet? Eine Salzpfanne oder in der Geologie auch Salztonebene genannt. Der Salar de Uyuni ist die größte Salzpfanne der Erde und wir haben nur einen kleinen Teil davon befahren. Bis vor wenigen Jahren haben die Menschen hier nur Kochsalz abgebaut. Aber aktuell erhofft sich Bolivien durch den Abbau von Lithium einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wir haben eine Gewinnung- und Aufbereitungsanlage von Kalium und Lithium besichtig. Letzteres wird zum Beispiel für unsere Handyakkus benötigt. Eine große funkelnagelneue Fabrik wurde uns voller Stolz gezeigt. Sicherheitshinweise auf chinesisch deuten darauf hin, dass in dem Projekt Investitionen aus dem Ausland stecken. Dabei fürchtet sich Bolivien davor, dass sie von anderen Ländern wieder ausgebeutet werden. Zudem steckt die Lithiumgewinnung noch in den Kinderschuhen, da die Gewinnung aufgrund der vielen anderen Stoffe in dem Salz, sich als schwierig erweist.

Kaliumgewinnung am Salar de Uyuni

Bevor unsere Fahrt über den Salar de Uyuni begann, haben wir noch einen Eisenbahnfriedhof besucht. Das muss ein Paradies für jeden Steampunkfan sein. Aber auch wir hatten großen Spaß auf den alten Eisenbahnen rum zuklettern und Fotos zu schießen. Da macht sogar das Fangen spielen wieder Spaß!

Eisenbahnfriedhof

Mit dem Jeep ging es dann über den „See“. Die Weite war unbeschreiblich schön. Der „See“ war teilweise von einer dünnen Wasserschicht bedeckt und so hat sich die Umgebung im Wasser gespiegelt. In der Mittagspause haben wir lustige Perspektivfotos gemacht.

Vulkan am Salar de Uyuni

Unendliche Weite

Alles eine Frage der Perspektive 😉

Und am Abend stand der Sonnenuntergang auf dem Programm. Ist die Sonne erst einmal hinter den Bergen verschwunden, kann der südliche Sternenhimmel bestaunt werden, weil kaum Lichtverschmutzung da ist. Spätestens hier hat sich deutlich das Tageszeitenklima bemerkbar gemacht. Ist es tagsüber angenehm warm, so wird es in der Nacht eiskalt. Übernachtet haben wir in einem Salzhotel, gebaut aus (ja, was wohl?!) Salz!

Sonnenuntergang

Oruro

Nach der Nacht im Salzhotel ging es mit dem Bus weiter nach Oruro. Wie auch schon auf den vorherigen Busfahrten durch die Berge haben wir immer wieder Vinkunjas, Alpakas, Guanakos und Lamas gesehen. Alpakas und Lamas sind die domestizierten Arten von den wildlebenden Vinkunjas und Guanakos. Schon vor über 5000 Jahren haben die Menschen mit der Domestizierung angefangen. Lamas werden als Lasttiere eingesetzt, sind als Reittier jedoch viel zu schwach. Natürlich ist auch oft Lamafleisch auf den Speisekarten zu finden. Auch Alpakas werden als Lasttiere eingesetzt, aber viel mehr für die Wollproduktion gezüchtet. Die typischen Pullover, Mützen, etc. aus Alpakawolle sind auf vielen Märkten zu finden.

Lama oder Alpaka?! 🙂

In Oruro haben wir der Universität einen Besuch abgestattet und unser Dozent hat für die bolivianischen Studenten einen Vortrag über das EU-Projekt „Diverfarming“ gehalten. Hierbei geht es um das Erforschen von nachhaltigen Anbaupraktiken in der Landwirtschaft, um der Bodendegradation, verminderten Biodiversität und den daraus resultierenden ökonomischen Risiken für die europäische Landwirtschaft entgegenzuwirken. Für weitere Informationen kannst Du einfach mal hier auf der Seite des Projektes vorbeischauen.

Des Weiteren hat eine Mitarbeiterin der Geodidaktik noch das Projekt „Klimawandel findet Stadt“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Konzept, bei dem Schüler mittels des entdeckenden und forschenden Lernen die Klimafolgen und Anpassungsstrategien in städtischen Räumen bewerten. Auch zu diesem Projekt findest Du weitere Informationen hier auf der Seite des Projektes.

Nach einer Mittagspause ging es auf einen Vieh- und Handwerkermarkt. Ein buntes Treiben, wo (Kunst)Handwerk, Werkzeug für die Landwirtschaft, Produkte, wie zum Beispiel Honig, Saatgut, Düngemittel und Tiere verkauft werden. An diesem Tag wohnten wir auch der Schlachtung zweier Lamas bei. Schnüff! Abschließend traten wir noch gegen die bolivianischen Studenten und Dozenten beim Tischkicker an. Ich sage jetzt mal fairerweise, dass wir unentschieden gespielt haben.

Verkauf von Kräutern

Buntes Treiben auf dem Markt (da haben die zwei Lamas noch gelebt)

Deutsche Dozenten gegen bolivianische Studenten 🙂

Einen Tag später sind wir noch durch ein Einzugsgebiet gefahren. Das Thema war „Integrated Watershed Management“. Auch hierbei geht es um einen nachhaltigen Umgang der Ressourcen in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Weitere Informationen dazu findest Du hier. Das Highlight des Tages war mit Sicherheit das Thermalbad, aber für mich leider nicht, weil mein Badezeug im Hotelzimmer lag.

Während wir in Oruro waren gab es in La Paz Straßenblockaden und Unruhen bezüglich der anstehenden Wahlen im nächsten Jahr. Am Tag unserer Abreise mussten auch wir schneller aufbrechen als geplant, weil LKWs anfingen die Straßen zu blockieren.

Coroico

Mit einem öffentlichen Reisebus ging es von Oruro zurück nach La Paz und von dort auf der „Yungas Straße“ über den „La Cumbre Pass“ (4670 Meter) hinunter nach Coroico auf 1744 Meter. Die „Yungas Straße“ gilt übrigens auch als eine der gefährlichsten Straßen der Welt und trägt den Beinamen Todesstraße. Die Kreuze am Straßenrand weisen auf die vielen Verkehrsunfälle hin. Dennoch ist die Abfahrt mit einem Mountainbike immer noch ein beliebte Touristenattraktion.

Oben auf dem Pass konnten wir bei einer indigenen Zermonie zusehen. Die Menschen haben Lamaföten und Wünsche in Form von Zuckerkuchen verbrannt und bei der Mutter Erde (Pachamama) um Erfüllung gebeten.

Opferritual für Pachamama

Ups, was ist das? Eigentlich die Normalität! Ganz ungefiltert! Es war gar nicht so einfach immer Fotos von Landschaften zu machen, wo kein Müll drauf zu sehen ist.

Für uns war jedoch die Veränderung der Vegetation viel interessanter. Von einer kargen, teilweise noch schneebedeckten Berglandschaft, erreichten wir den tropischen Bergwald. Nach der Kälte in den Bergen endlich mal wieder etwas wärmeres Wetter. So warm, dass wir am Abend noch in den Pool springen konnten.

Unsere Unterkunft mit Pool in Corico

Nach einer Wanderung zu einer sehr enttäuschenden Kaskade in der wir leider nicht baden konnten, ging es zurück nach La Paz.

In Coroico

Chacaltaya

Am letzten Tag unserer Exkursion stand der Chacaltaya mit seinen 5421 Metern auf dem Programm. (Das Basecamp vom Mount Everest liegt übrigens nur auf 5360 Meter!) Innerhalb von 24h hat unser Körper einen Höhenunterschied von 4000 Höhenmetern durchmachen müssen. Das klingt irgendwie richtig verrückt!

Mit dem Bus sind wir aber ziemlich hoch gefahren und haben ca. nur die letzten 400 Höhenmeter zu Fuß bezwungen. Trotzdem haben wir aufgrund der sauerstoffarmen Luft ordentlich geschnauft. Die Aussicht auf die umliegenden Berggipfel und sogar den Titicacasee war zudem auch noch atemberaubend.

Da kommen wir her

Erster Blick auf den Huayna Potosi mit 6088 Meter

Blick auf die anderen Gipfel des Chacaltay. Im Hintergrund liegt El Alto.

Wer entdeckt den Titicacasee?

Auf dem Chacaltaya lag übrigens auch über viele Jahre lang das höchste Skigebiet der Erde. Die Reste eines alten Skiliftes sind noch zu erkennen. Doch vom Gletscher des Chacaltayas ist seit 2009 nichts mehr übrig.

Unsere Exkursion endetet mit einem gemütlichen Abschiedsessen in La Paz. Einige Teilnehmer sind bald darauf zurück nach Deutschland geflogen, andere sind weiter in Richtung Peru gereist. Das war auch mein Plan. Wie meine Reise mit der Reiseorganisation Fairaway durch Peru war, erfährst Du in meinem nächsten Blogpost.

Pures Gipfelglück

 

Ein Kommentar

  1. Hi Anna
    Wahnsinns Reise hast du hinter dir 🙂

    Wie hast du die Höhe bewältigen können?

    Du hast ja schon geschrieben Kokablätter helfen aber die Belastung für den Körper ist ja wahrscheinlich trotzdem groß.

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