Meine ersten zwei Wochen in Seoul

Mein Name ist Anne, ich studiere Soziologie an der Uni Trier und bin jetzt seit etwas mehr als zwei Wochen als Austauschstudentin in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. In diesem ersten Eintrag werde ich euch vorstellen, wie dieser Blog aussehen wird.
Aber zuerst einmal zurück zum Anfang.

Ankunft am Flughafen

Am 16. August bin ich gegen 14 Uhr am Incheon Airport in Südkorea angekommen. Mir war bewusst, dass mein Flugzeug am Terminal 2 ankommen würde und das Team der Sungshin Uni mich am Terminal 1 erwarten würde. Jedoch wusste ich nicht, dass man mit einem kleinen Shuttlebus eine gute halbe Stunde für den Terminalwechsel braucht und natürlich habe ich mich im Flughafen auch nicht sofort zurechtgefunden. Wenn man, wie ich, noch nicht viel Erfahrung mit solchen langen Reisen hat und auch nicht perfektes Koreanisch beherrscht, würde ich auf jeden Fall empfehlen, die interaktiven Computer oder Anzeigetafeln zu benutzen, welche man auf Englisch umstellen kann und auch nicht zu zögern, am Informationsschalter nachzufragen oder Mitarbeiter des Flughafens anzusprechen.
Nachdem ich die Sungshin Mitarbeiter eine Stunde später als geplant endlich gefunden habe, hat ein Bus der Uni uns zu unserem Wohnheim gefahren und wir sind auf unsere Zimmer aufgeteilt worden. Dort habe ich auch meinen „Buddy“ kennen gelernt, eine Koreanerin die an der selben Uni Germanistik studiert und mir sehr geholfen hat mich hier am Anfang zurecht zu finden. Sie hat mich beim Auspacken unterstützt und mit mir ein paar Sachen eingekauft.

Alleine in einer fremden Stadt

Als ich spät am Abend dann endlich erschöpft allein im Zimmer saß, wurde mir erst endgültig bewusst, dass ich jetzt in dieser Stadt leben werde. Die darauffolgenden Tage fühlte ich mich, zugegeben, etwas überfordert und verwirrt und sehnte mich nach meiner Familie und meinem Zuhause. Obwohl ich mich hier mittlerweile jeden Tag etwas wohler fühle, ist es schwierig, mich an das Leben zu gewöhnen. Wahrscheinlich hat sehr vieles damit zu tun, dass ich von meinem 800 Bewohner kleinen Dörfchen auf dem Land in Luxemburg in eine zehn-Millionen-Menschen-Metropole gezogen bin.

Erste Erfahrungen an der Sungshin Universität

Gleich am darauffolgenden Montagmorgen fand der placement test für die Koreanischkurse statt. Obwohl ich seit einem Jahr an einer Sprachschule in Luxemburg Koreanisch lerne, waren meine Kenntnisse bei weitem nicht ausreichend, um den Test zu bewältigen oder erst einmal die Fragestellungen zu verstehen. Im Gespräch mit anderen habe ich erfahren, dass die Ansprüche doch etwas höher sind. Andere Studenten, die sogar schon zwei Jahre oder länger Koreanisch lernen, sind auch wie ich, in den Anfängerkurs eingestuft worden. Anschließend zum Test fand eine Orientierungsversammlung statt, allerdings auch ausschließlich auf Koreanisch. Das ist etwas, worauf man sich einstellen muss, wenn man an dieser Uni studieren will: viele der anderen ausländischen Studenten aus China, Japan, Taiwan… können schon Koreanisch sprechen und daher wird hauptsächlich diese Sprache zur Kommunikation benutzt und nur selten etwas auf Englisch übersetzt (mit Ausnahme der Sicherheits- und Evakuierungsanweisungen). Jedoch sind die Mitarbeiter des International Office sehr hilfsbereit und haben später uns auf alle unsere Fragen in Englisch beantwortet.
Da aber nach diesem Tag erstmal keine Veranstaltungen anstehen und die Kurse ab dem 3. September beginnen, muss man sich bis dahin selbst beschäftigen und sich einleben.

Erst einmal die Stadt erkunden…

Um den Gefühlen von Heimweh und Unsicherheit aus dem Weg zu gehen, versuche ich deshalb, jeden Tag etwas zu unternehmen und die Stadt zu erkunden. Mein Buddy hat mir in den letzten Wochen schon viele Orte in Seoul gezeigt und ich konnte schon mit anderen Studenten im Wohnheim Freundschaften schließen. Hier ein paar Bilder aus meinen ersten zwei Wochen in Seoul:

Der Gyeongbokgung Palast

 

Die Ssamjigil mall in Insadong

 

In den Straßen von Itaewon

 

Ein Spaziergang entlang der alten Stadtmauer von Seoul

 

Sicht auf das Bukchon Hanok Village

Ein Spaziergang entlang des Han Flusses

Kenne ich mich erst ein bisschen besser in dieser großen Stadt aus, werde ich über einige Orte auch detaillierter berichten. Dies bringt mich zu meinen Plänen für diesen Blog: ich möchte euch in den kommenden Monaten zeigen, wie mein Leben hier in Seoul aus Austauschstudentin aussieht und was ich hier erlebe. Unter anderem werde ich berichten, welche Orte man sich hier auf jeden Fall ansehen muss, wo ich beispielsweise als Vegetarierin in Seoul zurecht komme oder was ich hier über die koreanische Kultur lerne. Wie der Name dieses Blogs Feed your seoul schon sagt, werde ich auch versuchen, „Tips für die Seele“ zu geben und herauszufinden, wie man inmitten dieser nie schlafenden Stadt trotzdem Ruhe finden kann.

Ich hoffe, euch mit dem Blog Korea etwas näher bringen zu können und freue mich schon darauf, was ich hier alles erleben werde.
Bis zum nächsten Mal,
Anne 🙂

3 Kommentare

  1. Hallo liebe Anne,

    ich bin schon ganz gespannt auf Deine Ruheorte inmitten dieser riesigen Stadt. Auch wenn Cusco nicht Seoul ist und ich nur ein paar Tage dort verbracht habe, so habe ich auch erstmal nach Veggierestaurants und Yogastudios ausschau gehalten 😉 Vielleicht widme ich Cusco in dieser Hinsicht auch noch einen Blogpost?! Ich schlafe mal eine Nacht drüber. Auf jeden Fall schonmal Dankeschön für deine Inspiration!

    Ich wünsche Dir ein ganz tolles Auslandssemester!
    Anna

  2. @Denis Hey:)! Ehrlich gesagt bin ich dem skurrilen Essen hier noch ein bisschen aus dem Weg gegangen 😉 (bis gestern zumindest als mir eine Frau auf dem Markt mit einem lebenden Tintenfisch zugewunken hat:p)

    @Anna Ich bin hier jeden Tag auf der Suche nach Veggie-Restaurants (das gestaltet sich hier doch etwas schwieriger als gedacht) und habe aber witzigerweise schon einen Yogakurs gefunden, den ich jede Woche besuche:)
    Ich bin gespannt 😉
    Dankeschön!:)

Keine Kommentare.