Moin aus dem Nationalpark Wattenmeer

Ein Blick über die Salzwiese

Ganz genau genommen: Moin aus dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Erinnerst Du dich noch an meinen ersten Blogpost Ende Juli? Da befand ich mich im südlichsten Nationalpark Deutschlands. Fast acht Wochen später befinde ich mich im nördlichsten Nationalpark Deutschlands. Wo ich hier genau bin und warum überhaupt, erfährst du in diesem Blogpost. Viel Spaß!

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

1985 wurde das Wattenmeer vor Schleswig Holstein zum Nationalpark ernannt und ist mit 4400 km² somit der größte von 16 Nationalparks in Deutschland. Wie in jedem Nationalpark lautet auch hier das Ziel „Natur Natur sein lassen“. 3200 verschiedene Tierarten nennen den Nationalpark ihr Zuhause und nur 250 Arten davon leben in den besonderen Salzwiesen. Die übrigen 2950 Arten leben auf der zunächst trostlos erscheinenden Wattfläche, welche zweimal täglich frei fallen. Dann ist es auch für uns Menschen möglich über den Meeresboden zu spazieren.

Doch nicht nur wir Menschen fühlen uns hier wohl. Jährlich besuchen über zwei Millionen Zugvögel den Nationalpark, die hier rasten und einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Dazu kommen noch 100.000 Brutpaare. Doch auch für die 63 Fischarten ist die Nordsee ein Zuhause, das Wattenmeer die Kinderstube von Schollen und Heringen.

Um die vielen unterschiedlichen Interessen von menschlichen und tierischen Bewohnern, Gästen, der Wirtschaft, der Wissenschaft, etc. unter einen Hut zu bringen, gibt es auch hier im Nationalpark verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Verhaltensregeln.

2009 wurde das Wattenmeer hier im Nationalpark schließlich zum UNESCO Weltnaturerbe und steht damit auf der gleichen Ebene, wie der Amazonas Regenwald in Südamerika oder das Great Barrier Reef in Australien.

Die Biosphäre Halligen

Die bewohnten Halligen und Inseln sind kein Teil des Nationalparks. Jedoch gehören die fünf großen und bewohnten Halligen zur Entwicklungszone des Biosphärenreservates Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen. Eine Modellregion in der die nachhaltige Entwicklung erprobt wird.

Halligen sind die Überreste einer ehemals zusammenhängende Landmasse und besitzen keinen Deich wie zum Beispiel eine Insel. Die Bewohner leben auf Warften, von Menschenhand aufgeschüttete Hügel, die vor einem Land unter schützen. Denn wenn bei starkem Nordwestwind das Nordseewasser in die deutsche Bucht gedrängt wird, werden die Halligen überflutet und nur noch die kleinen Warften schauen aus dem Wasser heraus. In dem Wort Hallig steht auch das keltische Wort „Hal“ welches Salz bedeutet. Ein Hinweis auf das von Salzwasser überflutete Land.

Hooge ist mit 5,2 km² die zweitgrößte Hallig von insgesamt zehn Halligen weltweit. Alle befinden sich in der Nordsee. Zur Zeit leben hier um die 100 Menschen überwiegend von den Einnahmen aus Tourismus, Küstenschutz und Landwirtschaft. Und an diesem Ort mache ich gerade mein Praktikum.

Luftbild von Hallig Hooge – Copyright 2013 by Martin Elsen

Und wie bin ich hier gelandet?

Bereits im Dezember 2011 habe ich mich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Schutzstation Wattenmeer beworben. Damals hätte ich nicht damit gerechnet, dass mich diese Entscheidung noch Jahre später beeinflusst und mir einen Praktikumsplatz beschert. Meine Wunscheinsatzstellen befanden sich auf den Inseln Föhr, Pellworm und Amrum. Ich habe aber eine Einladung zum Vorstellungsgespräch auf Hallig Hooge bekommen. Ich gestehe, dass ich damals auch erst einmal herausfinden musste, was eine Hallig überhaupt ist.

Nach meinem Abitur habe ich schließlich für dreizehn Monate hier auf Hooge gelebt und bei der Schutzstation Wattenmeer gearbeitet. Seither versuche ich mindestens einmal im Jahr der Hallig einen Besuch abzustatten. Umso mehr freue ich mich nun hier für mein sechswöchiges Praktikum noch mal arbeiten zu dürfen.

Landsende auf Hallig Hooge

Zwei Nationalparks innerhalb von acht Wochen… Beim Schreiben dieser Worte, habe ich richtig Lust auf eine Challenge bekommen. Insgesamt hat Deutschland 16 Nationalparks. Bewusst habe ich bisher fünf deutsche Nationalparks besucht. Wäre doch schön, wenn ich allen einmal einen Besuch abstatte! Wer macht mit?

An meine Blogger-Kollegen: Wie viele Nationalparks geben denn eure Länder so her? Vielleicht besucht ihr ja auch den einen oder anderen Nationalpark in eurem Auslandssemester.

4 Kommentare

  1. Hallo Anna, das klingt ja super spannend. Was machst du in deinem Praktikum in Hallig Hooge? Kannst du das weiterempfehlen?

    Liebe Grüße,
    Natalie

  2. Hallo Natalie, ich werde in meinem nächsten Blogpost über mein Praktikum hier auf Hallig Hooge berichten. Aber ich kann schon mal verraten, dass ich es auf jeden Fall weiterempfehle!

    Liebe Grüße,
    Anna

  3. In China ist alles ein wenig größer :D. Hier gibt es laut Wikipedia (verlässliche Quelle) 244 Nationalparks. Ob die Definition mit dem was man in Deutschland darunter versteht, übereinstimmt, überlasse ich den Experten.
    Aber egal, laut der Liste gibt es sogar ein paar in meiner Provinz, wovon einer sogar direkt in meiner Stadt ist. Dort wollte ich sowieso noch hin. Also ja, ich werde einen Nationalpark in meinem Auslandssemester besuchen!

  4. Jaha, 16 vs. 244 ist schon ein dezenter Unterschied! 😉 Dann bin ich mal gespannt, was du in dem Nationalpark alles entdeckst und erlebst. Viel Spaß und genieße die Natur!

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