Studieren, wo andere Urlaub machen

Die Skulptur zeigt die Umrisse der Insel Xiamen.

Puh, das war eine anstrengende erste Woche! In Xiamen gibt es wirklich enorm viel zu sehen und dabei habe ich eigentlich noch gar nichts gesehen. Vom Strand über Wolkenkratzer bis zu einer Horde Trierer Studenten: es gibt wirklich alles! 

Aber erstmal habe ich mich hier ein wenig eingerichtet. In der Nähe meines Wohnheimes gibt es einen kleinen Supermarkt, der einem alles bietet, was man so für das Studentenleben braucht. Dort habe ich mir nach und nach Wäschekorb, Zahnpasta und so weiter, bis mein neues Zuhause gut ausgerüstet war, gekauft. Natürlich nur, sofern es mir mein Fuß erlaubt hatte. Dort gibt es auch fertig geschältes und zerteiltes Obst, was sich immer super als gesunder Snack für zwischendurch eignet. Bezahlt wird auf dem gesamten Campus mit dem Studentenausweis.

Der Erstkontakt

Am Donnerstag fand die erste Einführungsveranstaltung der Universität statt, auf der wir Infos über dies und das bekommen haben. Für mich war es natürlich viel interessanter, wer außer mir noch da war. Meine erste Frage: Wer meine Kommilitonen sein werden, blieb mir vorerst unbeantwortet, jedoch traf ich meinen ersten Deutschen und mit ihm noch gleich zehn andere! Sie kommen alle von der selben Universität und machen auch ein Auslandssemester in Xiamen. Ebenfalls habe ich ein paar Franzosen und Spanierinnen kennengelernt. Gemeinsam haben wir in einem kleineren Restaurant zu Mittag gegessen.

Die Suppe wird aus beliebigen Zutaten von jedem Gast selbst zusammengestellt. Die Brühe gibt es in 2 Ausführungen: Tomate und scharf. Bis ich mich an die scharfe Variante traue brauche ich wohl noch ein wenig.

Lange Sparziergänge am Strand

Danach haben wir es uns in einem Café gut gehen lassen und machten uns auf den Weg zurück nach Hause. Dabei haben wir den Weg am Strand entlang genommen. Um die gesamte Insel gibt es einen durchgängigen Fußgänger/Fahrrad-Weg. (Hier in China gibt es praktisch keinen Unterschied. Auch nicht zur Straße.) Der Weg ist mit weißen Steinen gepflastert und hat hölzerne Elemente, welche an den Rändern eingelassen sind. Mit dem Meer im Hintergrund ist er eigentlich schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Wir kamen an einer Aussichtsplattform vorbei, die uns ein wunderschönes Panorama auf das Meer und die umliegenden Inseln bot. Der Steg ermöglichte uns ebenfalls eine gute Sicht auf eines der Wahrzeichen Xiamens, die genau 300 Meter hohen Conrad Tower, die unter anderem ein Hotel und einen Club beherbergen. Der Steg selbst ist mit vielen Pflanzen geschmückt.

Auf der anderen Seite ist der Zhangzhou Hafen zu sehen.

Conrad Tower, fotografiert vom Steg und automatisch bearbeitet von meinem Handy. (Manchmal macht es das einfach)

Ein Stück weiter kamen wir am Baicheng Strand vorbei, wo wir von langsam im Wind wehenden Palmen begrüßt wurden. Der Strand war nicht überfüllt, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Nur vereinzelt waren Familien mit Ihren Kindern zu sehen.

Meinem Fuß geht es übrigens schon wieder prima. Das war für mich das Zeichen die Stadt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und vor allem auch das Sportangebot der Universität zu nutzen. Habe ich erwähnt, dass es auf diesem Campus um die 25 Basketball-Plätze gibt? Diese Information brachte mir erst die Erkenntnis, wie furchtbar groß der Campus doch ist. Ich brauche unbedingt ein Fahrrad oder E-Scooter.

Den Genesungsprozess meines Fußes hat auch der Schrittzähler mitbekommen. Die Geschichten vom 25.000 Schritt-Freitag erzähle ich euch im nächsten Blogpost.

Wie klein doch die Welt ist

Ich hörte jemanden Deutsch sprechen, drehte mich um und las das Wort Trier auf dem T-Shirt. Das Konfuzius-Institut Trier zu Besuch in Xiamen. Es hat mich wirklich gefreut, euch so spontan zu treffen. Ich hoffe, ihr habt hier eine genau so schöne Zeit wie ich!

Eine dunkle Vorahnung

Während meiner kurzen Zeit hier habe ich schneller Leute kennen gelernt, als ich mir ihre Namen merken konnte. (Was bei meinem Namensgedächtnis nicht besonders schwierig war.) Mein Mitbewohner scheint jeden zu kennen und stellte mich fleißig seinen Freunden vor. Dann folgt der übliche Smalltalk: wo kommst du her, wie lange bist du schon hier, wie lange wirst du bleiben, was studierst du so? Die Antwort auf die letzte Frage hat bis jetzt immer wieder eine Reaktion erzeugt, die mich etwas verunsichert. Die Gespräche liefen wie folgt ab:

Ich studiere Financial Engineering bei WISE.

Puh, mein Beileid. Ich schätze, wir werden dich dann nicht so oft draußen sehen. Du weißt, dass es dort sehr schwer ist? usw.

Alles keine Aussagen, die man als junger, naiver Austauschstudent hören möchte. Ob sich die Vorahnung bestätigt oder nicht, wird die Zeit zeigen. Ich werde euch dabei natürlich auf dem Laufenden halten. Sofern ich die Bibliothek überhaupt noch verlasse.

Noch ein wenig Kontext zum Titel des Posts: Xiamen ist ein sehr beliebtes Reiseziel für viele Chinesen. Genaue Zahlen habe ich nicht gefunden, aber meine Kommilitonen berichten mir, dass jedes Jahr mehrere Millionen Touristen nach Xiamen kommen.

Es gibt ja allerdings auch genug Touristen, die nach Trier kommen, um ihren Urlaub dort zu genießen 😉

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