Open-Air-Praktikum auf auf Hallig Hooge

Blick in Richtung Südwesten bei Ebbe.

Bei Wind und Wetter an der frischen Luft arbeiten. Pflanzen und Tiere schützen. Kartierungen durchführen. Menschen für eine super Sache begeistern. Zu unvergesslichen Urlauben beitragen. Das Halligleben kennen und lieben lernen. Mit diesen Worten lässt sich meine Zeit hier auf Hallig Hooge wohl ziemlich gut zusammenfassen. Möchtest Du mehr erfahren? Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit diesem Blogpost.

Der Arbeitgeber

Für sechs Wochen arbeite ich gerade bei der Schutzstation Wattenmeer auf Hallig Hooge. (Wenn Du noch nicht weißt was eine Hallig ist und vor allem wo diese liegen, dann schau doch nochmal bei meinem letzten Blogpost vorbei.) Der Verein wurde vor über 50 Jahren hier auf Hooge gegründet und setzt sich für einen großflächigen Schutz des Wattenmeeres ein. Jedes Jahr engagieren sich viele junge Menschen im Rahmen eines FÖJs (=Freiwilligen Ökologischen Jahres), des BFDs (=Bundesfreiwilligendienstes) oder eben als Praktikanten bei der Schutzstation für das Wattenmeer.

Das Erkennungssymbol der Schutzstation Wattenmeer ist eine Bake. Sie ist ein unbefeuertes Seezeichen und steht auf einigen, vor den Inseln und Halligen liegenden Außensänden und diente zur Orientierung. Küstennahe Rettungsbaken dienen als Zufluchtsort für Menschen in Seenot. Diese zwei Funktionen, die der Orientierung und die des Schutzes, hat sich auch die Schutzstation Wattenmeer auf die Fahne geschrieben.

Das Logo der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V.

Die Aufgaben

Die Schutzaufgabe liegt bei der Betreuung des Nationalparks. Wir zählen zum Beispiel Vögel und stecken zur Brutzeit die Brutgebiete ab, damit die Vögel nicht von Gästen gestört werden. Wir kartieren Teile der Wattflächen und der Salzwiese. Bei dem Spülsaummonitoring notieren wir, was alles angeschwemmt wird. Das können Gegenstände natürlichen Ursprungs sein, aber oft auch viel Müll.

Die Orientierungsfunktion soll die Bildungsarbeit darstellen. Wir nehmen die Gäste an die Hand und zeigen ihnen, warum der Lebensraum hier schützenswert ist. Im Rahmen von verschiedenen Vorträgen und Führungen bringen wir Schulklassen und Urlaubern das Wattenmeer näher. Dabei haben wir immer die Methoden des BNE-Konzeptes (=Bildung für nachhaltige Entwicklung) im Hinterkopf. Unsere Bildungsarbeit soll Menschen für ein zukunftsfähiges Denken und Handeln sensibilisieren. Sie ermöglicht es jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Zudem betreuen wir hier auf Hooge noch eine Ausstellung und Hausgruppen, die sich in unserem Seminarhaus einmieten können. Das ganze Jahr über arbeiten hier auf Hooge für die Schutzstation Wattenmeer fünf Menschen im Freiwilligendienst und ein hauptamtlicher Mitarbeiter. In der Hauptsaison kommen dann immer noch ein bis zwei Praktikanten dazu.

Anna in ihrem Element 🙂

Das Résumé

Mir persönlich gefällt die Arbeit hier sehr gut. Auch wenn ich hier schon ein FÖJ gemacht habe, wird die Arbeit trotzdem nicht langweilig und ich lerne immer noch dazu. Wenn Du dich für den Naturschutz engagieren möchtest, gerne draußen bist und die Arbeit mit Menschen magst, dann kann ich Dir so ein Open-Air-Praktikum ans Herz legen. Außerdem ist es entscheunigend und eine gute Gelegenheit die Batterien wieder aufzuladen, die sich in unserer leistungsorientierten Gesellschaft oftmals sehr schnell entladen.

Blick in Richtung Nordwesten