Gold und Marmor

Laufen laufen laufen… an meinem ersten Freitag hatte ich eine ganz schöne Strecke zurückzulegen. An dem Tag hatte ich meine Einführungsveranstaltung am Wang Yanan Institute for Studies in Economics (WISE).

Noch einmal Ersti sein

Über den Tag verteilt musste ich mehrere Male von meinem Wohnheim bis zur School of Economics laufen und wieder zurück (1,1 Kilometer) und das war nur der Anfang.  In der School of Economics wird der größte Teil des Unterrichtes im WISE abgehalten. Die Einführungsveranstaltung lief genau so ab, wie man es sich vorstellt. Der ein oder andere Professor war anwesend und hat eine kurze Rede gehalten. Danach gab es ebenfalls Tipps, wie man sich auf dem Campus und generell bei WISE zurechtfindet und zum Schluss haben wir, meine Kommilitonen und ich, uns vorgestellt. Endlich habe ich sie kennengelernt!

WISE ist ein wirklich international geprägter und auch darauf ausgerichteter Studiengang. Die Professoren haben ihre Abschlüsse ausschließlich in Europa oder den USA gemacht und sprechen daher sehr gut und akzentfrei Englisch. Meine Kommilitonen kommen aus allen Ecken der Welt. Beispielsweise sitze ich mit Studenten aus Ghana, Russland, den USA und noch vielen anderen Ländern in den selben Veranstaltungen. Studenten aus Deutschland sind natürlich auch dabei. Es ist fast wie auf Mallorca, überall sind Deutsche. Danach ging es auf eine Campus-Tour. Die beschreibe ich am besten mit ein paar Bildern.

Die neuen Studenten für das Jahr 2018 werden herzlich begrüßt. SOE steht für die School of Economics. Die Programme des SOE und WISE überschneiden sich teilweise stark, weshalb auch die Campus-Tour und die Einführungsveranstaltung zusammen abgehalten wird.

Das Gebäude der School of Economics. Die Büste zeigt Wang Yanan, den Namensgeber von WISE und ein bekannter Ökonom in China. Er war unter anderem der Übersetzer von Adam Smith’s Wealth of The Nations und Karl Marx’s Das Kapital. Karl Marx ist der Grund, weshalb viele Chinesen Trier kennen.

Das Südtor der Xiamen University. Es ist extrem prunkvoll mit goldenen Elementen verziert. Ich habe es bisher noch nicht offen stehen gesehen, jedoch gibt es wenige Meter ein anderes Tor, das man benutzen kann. Schick, ist es auf jeden Fall!

Der Campus hat neben dem großen See vor dem Song’en Gebäude (das ganz hohe Gebäude aus meinem ersten Post) immer wieder kleinere Seen und viel Grünflächen. Das verschafft dem Unigelände eine wirklich angenehme Atmosphäre. Ganz in der Nähe gibt es auch eine extrem zutrauliche Katz, die immer für ein paar Streicheleinheiten zu haben ist.

Die Gänge und Wände der Gebäude sind oft mit Marmor verkleidet und strahlen eine sehr edle Aura aus. Teilweise kommt man sich vor wie in einem Palast.

Nach der „Arbeit“ kommt das Vergnügen

Nach dem offiziellen Teil haben wir den Tag gemütlich in einer Bar ausklingen lassen. Sie heißt Fat Fat Beer Horse und liegt im Künstlerviertel der Stadt. Das Viertel ist nicht weit von der Uni entfernt, was echt praktisch ist, um nach den Vorlesungen bei ein paar Bier zu entspannen.

Fat Fat Beer Horse ist eine Bar/Brauerei. Sie ist in Shapowei und hat wirklich sehr gutes, wenn auch teures, Bier im Angebot. Ebenfalls werden hier Donnerstags immer Events wie beispielsweise „Open Mic Comedy“ abgehalten.

Danach waren wir im Mojito. Mojito ist eine Bar in der größtenteils Ausländer zu finden sind. Ebenfalls gibt es einen Billardtisch und einen Tischkicker. Die können gratis benutzt werden. Ebenfalls werden an den meisten Tischen Würfelspiele gespielt. In den meisten Bars gibt es Würfelbecher oder anderes, womit man sich die Zeit vertreiben kann. Sehr kreativ haben die Chinesen viele Trinkspiele daraus entwickelt. Wir haben ein Würfelspiel, dass ähnlich zum deutschen Lügenmäxchen ist, gespielt.

Jamsession und Waragi

An einem anderen Tag hatte mein Mitbewohner ein paar Freunde zu einer Jamsession eingeladen. Am Abend saßen wir in unserem Zimmer zu fünft und spielten ein paar Songs. (Ich hörte nur zu, weil ich leider kein Instrument spielen kann.) Mein Mitbewohner hatte ein Paket aus seiner Heimat bekommen. Darin war Waragi. Ein Gin aus Uganda, der die Geschmäcker Kokosnuss oder Ananas hat.

Ugandischer Gin. Zum Namen: Der ugandische Gin wurde Waragi genannt, weil man ihn vor großen Gefechten nervösen oder ängstlichen Soldaten gegeben hatte, um ihre Moral zu stärken.

Wir blieben bis lang in die Nacht wach, singen und trinken gemeinsam. Mein Mitbewohner und sein Freund spielten Gitarre, ein weiterer Freund spielte leise Schlagzeug. Zu den Klängen von Country „Roads Take Me Home“ verspürte ich das erste mal einen Anflug von Heimweh.

 

Zum Schluss noch ein paar lokale Speisen

Bibimbap! Es wird in einem heißem Steintopf serviert, weshalb man das Gericht am Platz noch umrühren muss. Sonst brennt der Reis unter dem Gemüse noch an anstatt schön gebraten zu werden. Das Gericht kommt ursprünglich aus Korea, ist jedoch auch in China sehr beliebt.

 

Viel interessanter als das Essen ist, wo ich es gefunden habe. In der Nähe der Conrad Tower gibt es etwas, das sich Food City nennt. Dort gibt es sehr viele Stände, die unterschiedliche Speisen anbieten. Perfekt, wenn man sich nicht entscheiden kann.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.