Sightseeing in Madrid

„Quien bien te quiere te hará llorar.“ – Heißt übersetzt: Wer liebt, der leidetDoch es ist eben auch das größte Glück jemanden zu haben, den man liebt und mit dem man wundervolle Momente teilen kann.

Die letzten beiden Wochen hatte ich meinen ersten Besuch von Zuhause. Die Zeit mit meinem Freund Lukas ging nahtlos über in fünf gemeinsame Tage mit meiner Schwester Lucy. Dank ihnen hatte ich einen Grund endlich mal richtiges Sightseeing in Madrid zu unternehmen.

Es ist ein schönes Gefühl, sein Abenteuer mit den Menschen zu teilen, die einem am nächsten stehen, alles zu zeigen, was man bisher entdeckt hat und seinen Besuch mittlerweile souverän und ganz stolz durch das neue Zuhause auf Zeit zu führen. 

Je mehr ich Madrid erkunde, desto tiefer hängt mein Herz an dieser Stadt.
Anders als bei anderen Städten gibt es wenige typische Sehenswürdigkeiten, die man abklappern „muss“. Also kann man die Sache ganz entspannt angehen; wir haben viel Zeit in wunderschönen Cafés und außergewöhnlichen Bars verbracht. 

Acht Sehenswürdigkeiten in Madrid

Gemeinsam mit Lukas habe ich etwas für meine kulturelle Bildung getan. Wir waren im Museo del Prado, einem Kunstmuseum, das über 5.000 Zeichnungen, 2.000 Drucke, 1.000 Münzen und Medaillen und nahezu andere 2.000 Kunstgegenstände umfasst. Okay das musste ich aus Wikipedia kopieren, aber es war beeindruckend. Mit dem Louvre in Paris kann es jedoch leider nicht mithalten, haben wir festgestellt. 

Außerdem musste er mit mir in das Tabacalera, ein etwas verstörendes Kulturzentrum, dessen Ausstellung viel Platz für Interpretation lässt. Ich für meinen Teil bin durch die Räume gewandert und habe die ganze Zeit nur eines kopfschüttelnd von mir gegeben: „Ich verstehe das alles nicht.“ Sämtliche Penis-Nachbildungen wurden ab und zu durch eine Kloschüssel oder aneinander geknotete Tücher unterbrochen. Auf jeden Fall ein sehr lustiges Erlebnis. 

Da Lukas vor zwei Jahren bereits mit der Uni in Madrid war, konnte er mir ein paar architektonisch wertvolle Orte zeigen. Unter anderem waren wir bei dem Caixa Forum, ein tolles Gebäude, das ebenfalls Kunst ausstellt und einem ehemaligen Schlachthof, dem Matadero, der jetzt als Kulturzentrum dient.  

Matadero Madrid

Matadero Madrid

Was meinem Besuch auch nicht entgehen durfte, ist der überlaufene, aber dennoch romantische Platz, beim Templo de Debod, der sich perfekt dafür eignet, den Sonnenuntergang zu genießen. 

Meine Schwester schleppte ich dann noch zur Dachterrasse Azotea del Círculo de Bellas Artes, die drei bis vier Euro Eintritt kostet und einen Rundblick über Madrid bietet. Gegen Abend wird die Schlange jedoch immer länger und man hört eine Menge deutscher Worte dort oben über den Dächern Madrids. 

Sonntage in der Hauptstadt

Laut meinem Reiseführer sieht ein typischer Sonntag in Madrid folgendermaßen aus: zuerst geht man auf den größten Flohmarkt Europas, El Rastro, der zur Hälfte ein Tourimarkt ist und die Menschen sich durch die Straßen schieben. Danach entspannt man im Retiro Park auf einem schönen Mandala Tuch, das man auf dem Flohmarkt gekauft hat.
Ich habe diesen Tagesablauf gerne übernommen und durch ein Abendessen bei Cien Montaditos ergänzt, weil man dort sonntags fast alles für nur einen Euro bekommt!

El Rastro

El Rastro

 

Zweiter Abschied

Ich habe versucht die Zeit festzuhalten, zu verlangsamen, um in vollen Zügen jeden Moment mit den beiden Menschen zu genießen, die mir mit am wichtigsten sind. Aber gerade dann rast die Zeit, die Tage fliegen dahin und ruckzuck war Dienstagabend und ich musste meine Schwester zum Flughafen bringen, um sie bis Weihnachten zu verabschieden. Die Tatsache, dass man mittlerweile durch WhatsApp und Facetime so gut in Kontakt bleiben kann, tröstete mich nicht wirklich und es brach mir das Herz, sie in die Hände der Sicherheitskontrolle zu geben. Gleichzeitig war ich froh, dass mir diese Situation beim Abflug meines Freundes durch Kurse in der Uni verwehrt blieb, denn allein diese doofe Flughafenatmosphäre treibt mir die Tränen in die Augen.
Sobald die beiden bei mir waren, wusste ich nicht mehr wie es ohne sie war. Deshalb war ich froh, als ich später im Café zwischen meinen Freundinnen saß, wir Trips planten, die wir in unserer Zeit hier machen wollen und vergaß die Trauer. 
Auch wenn uns gerade 1.800 km voneinander trennen, fühle ich mich euch ganz nah und deshalb fällt es mir im Moment auch so leicht, die Zeit hier zu genießen.

Herzlichst, Lynn