Darf man das noch Unisport nennen?

Die Xiamen University ist in vielen Kategorien größer als die Universität Trier. Die krassesten Unterschiede gibt es jedoch beim Sportangebot auf dem Campus. Vom Nationalsport Badminton (vielleicht ist es auch Tischtennis, denn die Antworten variieren), bis zur Kletterwand – hier gibt es viele Möglichkeiten sich nach dem Lernen einen Ausgleich zu holen!

Fangen wir an mit B wie Badminton:

Badminton gehört in China zu einer der beliebtesten Sportarten. Als ich hier ankam unterhielt ich mich mit der Frau, die mich vom Flughafen abholte, über verschiedene Sportarten in China. Sie erzählte mir, das gegenüber der weit verbreiteten Meinung, dass Tischtennis die beliebteste Sportart sei, Badminton eigentlich noch populärer ist!

Nicht weit von meinem Wohnheim entfernt, gibt es Badminton und Volleyball-Plätze. Die sind stehts gut besucht und werden den ganzen Tag über bespielt.

Direkt neben den Badminton und Volleyball-Feldern gibt es ein paar Tennisfelder. Dort sieht man meistens abends ein paar Chinesen, die sich gegenseitig ein paar Bälle zuspielen. Generell wird es gegen Abend voller in den Sportanlagen. Nach dem Unterricht gehen viele Chinesen zum Sport und powern sich richtig aus. Besonders auf den Basketballfeldern wird das deutlich. Tagsüber sind die meistens leer und man sieht nur vereinzelt ein paar Spieler. Abends jedoch wird jeder der (grobe Schätzung) 40 Körbe von einer Gruppe eifriger Chinesen und auch öfter mal ausländischen Studenten bespielt.

In der Nähe der Basketballplätze gibt es auch eine Mehrzweckhalle, in der mehrere Sportarten zu finden sind. Beispielsweise gibt es ein normales Fitnessstudio, das zwar gut ausgestattet ist, es könnte jedoch ein paar neue Geräte gebrauchen. Im selben Gebäude gibt es zwei Schwimmbäder. Eins befindet sich auf dem Dach für den Sommer und ein weiteres im Erdgeschoss des Gebäudes. Ebenfalls gibt es Mehrzweckräume, in denen beispielsweise Tanzkurse oder Kampfsportveranstaltungen stattfinden und Räume mit ganz vielen Tischtennisplatten. Meine Erwartungen haben sich hier vollkommen erfüllt! Den alten Meistern schaute ich beim Spielen zu und konnte teilweise dem Ball kaum folgen. Hier gibt es wirklich ein paar herausragende Spieler.

Wenn du gegenüber den Alten alt aussiehst…

Überall in China und auf dem Campus gibt es mehrere Outdoor-Gyms, in denen sich oftmals der ältere Teil der Gesellschaft sportlich betätigt. Nicht selten sieht man dann 60 Jährige Chinesen, die super in Form und breiter als ich sind, extrem anspruchsvolle Übungen machen. Mittlerweile ist mir aufgefallen, dass sie dort scheinbar jeden Tag für mehrere Stunden sind. Dann ist es auch kein Wunder! (Und für mich keine Schande.)

Auf dem „Lovers-Lake“ kann man Kanu oder Drachenboot fahren. Uns ist gesagt worden, man sollte nicht darin schwimmen oder fischen. Das hat man jedoch scheinbar nur uns erzählt. Die Einheimischen sind öfter bei diesen beiden Aktivitäten zu sehen. Mich hat es trotz warmer 25 Grad trotzdem nicht ins Wasser gezogen. Mir ist es irgendwie suspekt mit den Fischen zu schwimmen. (Das hört sich schon seltsam an.)

Um den Lovers-Lake führt ein wunderschöner Pfad durch eine Mischung aus Garten und Wildnis. Sobald man um den See flaniert ist und die Umgebung gesehen hat, weiß man wieso der See Lovers-Lake heißt.

Hinter dem See ist sowieso etwas viel cooleres! Wir haben hier unsere eigene Driving-Range auf der ich meine ersten Abschläge üben konnte.

Neben dem Golfplatz gibt es auch noch ganz in der Nähe eine Kletterwand.

Zum Schluss sollte ich noch das Stadion und den Fußballplatz erwähnen. Dort werden regelmäßig Turniere und Spiele ausgetragen, von denen ich mich jedoch fern halte. Ein Grund dafür waren meine angeschlagenen Bänder, der Hauptgrund ist jedoch mein fehlendes Talent :D. Ich bin eher auf der Laufstrecke um die Fußballfelder herum zu finden.

Halbzeit

Das war ein kleiner Einblick in das Sportangebot der Xiamen University. Ich habe jetzt bereits die Hälfte des Auslandssemester überstanden und bereits die Zeit genutzt, um ein wenig zu reflektieren. Ich stelle fest, ich habe schon echt viel erlebt und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Was ich jetzt schon weiß: ich werde auf jeden Fall einen Reverse Culture Shock erleben und ich werde Xiamen definitiv vermissen.

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