TriVerM geht an den Start

„Life is like juggling – sometimes you succeed, sometimes you fail. Then you pick up your juggling clubs and start again.“ Foto: Sheila Dolman

Wenn ich mich lang vorstellen darf: Mein Name ist Edith. Ich habe hier an der Uni Trier vor einiger Zeit mein ganz persönliches Projekt gestartet: TriVerM – Trierer Vereinbarkeitsmanagement. Wie das funktioniert? Lest ihr von jetzt ab einmal monatlich im Blog.

Der eine Job

Ich habe einen Job, der weit weniger sexy klingt, als er in Wirklichkeit ist, aber dennoch lässt sich nicht gut darum herum schreiben. Ich arbeite hier an der Uni als „Referentin für Qualitätssicherung“, und als sei es damit noch nicht genug, hat man mir noch den Zusatz „Schwerpunkt Evaluation und Befragung“ verpasst. Und ja, ich geb’s zu: Wenn mich jemand fragt, was ich mache, sage ich zunächst nur: „Ich arbeite hier an der Uni“. Das ist gut! Den Fragenden, die hier studieren oder arbeiten (richtig, die mit den spannenden Fächern und Jobs), denen kann ich dann immerhin erzählen, dass ich auch mal auf der guten Seite der Macht stand. Dass ich auch mal Vorlesungen verpasst, Nächte in verranzten Wohnheimen durchgefeiert, später dann Vorlesungen gehalten (nicht der erste Slot!) und Nächte über die Europäische Zentralbank geforscht habe. Das kommt immer gut, das verbindet. Auch, wenn das Gegenüber nun zum Feind geworden ist, auf der unfähigen und lichtgrauen Seite der Macht steht. Ich sage nur: Verwaltung!

Die zwei Jungs

Ich habe zwei Jungs, Sohn 2 und Sohn 1, ihres Zeichens drei und sechs Jahre alt. In diesem Fall sage ich immer: Ich wollte keine langweiligen Kinder, die zu allem Ja und Amen sagen. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Es ist schrecklich zu sehen, dass ich erziehen kann, wie ich will – die beiden kommen doch schwer nach mir. Sie stellen grundsätzlich alles in Frage, an erster Stelle das Wissen ihrer Eltern. Wenn sie nicht wollen, dann wollen sie nicht – das durfte ich auch bereits Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen erklären. Dafür sind sie in der Lage, das größte Chaos im Kinderzimmer zu ignorieren, wenn das aktuelle Legobau- oder Malprojekt bis dato nicht in Perfektion fertiggestellt werden konnte. Oh. Und sie fangen an, den ironischen Witz für sich zu entdecken – immer zum falschen Zeitpunkt. Alles in allem würde ich sagen: Jedem die Kinder, die er verdient. Sohn 1, also die größere Variante, hat dementsprechend seine ganz eigene Meinung zu meinem Job. In seiner Kindergartenmappe fand ich neulich folgende schlaue Beschreibung: „Meine Mutter arbeitet als Doktor an der Uni. Das ist kein richtiger Doktor.“

Die fünf Leben

Und wie daraus nun fünf Leben werden und wer und was da noch alles so hineingehört, nun, eben darüber möchte ich an dieser Stelle ein wenig berichten. Und ja, mir liegt das vieldiskutierte Thema Vereinbarkeit sehr am Herzen. Dieses sperrige Wort, dessen vier Silben aus meiner Sicht den direkten Hinweis darauf geben, dass hier mehrere Teile eine Einheit bilden sollen, die nicht gerade mit Leichtigkeit zueinander finden. Ver. Ein. Bar. Keit. Trotzdem sollte man dieses Thema vielleicht nicht immer so bierernst nehmen, wie es daherkommt. „People face Trade-Offs“[1], das habe ich aus meinem Studium mit in den Alltag genommen. Und dass „second best solutions“[2] manchmal ein Geschenk des Himmels sind. So viel sei an dieser Stelle schon einmal verraten: Harmonisierend und verträglich, wie der Duden es möchte, geht es dabei nicht immer zu. Konform schon mal gar nicht. Übereinstimmend mit gängigen Vorstellungen und Erwartungen an Frauen und Männer im Allgemeinen oder Referentinnen und Mütter aus Reihenhaus-Idyllen im Trierer Baugebiet Universität im Speziellen zu leben – das könnte ich mit mir wohl einfach nicht dauerhaft vereinbaren.

[1] Mankiw/ Principles of Economics

[2] Lipsey and Lancaster/ The General Theory of Second Best