Dinge, die leuchten: Tokio bei Nacht und das Digital Art Museum

Was kommt einem in den Sinn, wenn man an Japan und „leuchtende Dinge“ denkt? Natürlich, Tokio bei Nacht und das Digital Art Museum in Odaiba. Diese Assoziationen sind vielleicht etwas willkürlich, aber was bleibt mir anderes übrig, als den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden von zwei vorstellungswürdigen Orten. Wie dem auch sei, hier sind ein paar hübsche Bilder.

Zweck dieses Blogartikels soll es sein, das Format zu etablieren, dass ich hin und wieder einfach ein paar hübsche Fotos von Orten oder Dingen hochlade, die mich bewegen, überraschen, berühren, aufregen oder erfreut haben. Diese Fotos vermögen es hoffentlich, ein Stück weit die Atmosphäre dieser riesigen Stadt zu transportieren, ohne dass ich eine ellenlange Erklärung schreiben muss. Zweck meines Blogs ist es schließlich, einen Eindruck von Tokio wiederzugeben und hoffentlich Appetit auf mehr zu machen.

Punkt 1: Ausrede formulieren, warum ich es nicht geschafft habe, einen längeren Artikel zu schreiben. Check.

Tokio von oben betrachtet

In der vergangenen Woche bot sich mir zweimal die Gelegenheit, von mehreren dutzend Metern über dem Meeresspiegel auf diese Stadt hinunter zu blicken, in der ich zurzeit wohne. Ähnlich zu der Autobahnfahrt durch die Höhen und Tiefen Tokios war es auch dieses Mal ein bewegender Anblick. Das Lichtermeer der verschiedenen Bezirke erstreckt sich vor einem, soweit das Auge reicht.

Zum einen kletterte ich für den Besuch der Ausstellung „Catastrophe and the Power of Art“ im Mori Art Museum in Roppongi in den 52. Stock eines Hochhauses empor. Nicht ohne mir jedoch die Frage zu stellen: Wer eröffnet bitte ein Kunstmuseum im 52. Stock?! Warum können wunderbare Kunstwerke nicht auf einem Meeresspiegellevel betrachtet werden, dass normale Mietpreise erlaubt? Wie dem auch sei, diese Tatsache ermöglichte einen erhabenen Blick auf das oben beschriebene Meer aus Neon- und Straßenlaternenlicht.

Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle bleiben, dass in der Winterzeit an vielen Orten Illuminationen bewundert werden können. Das hilft, die Dunkelheit der kalten Jahreszeit in ein positives Licht zu rücken. So wurde auch hier in Roppongi der Tokio Tower in Szene gesetzt.

Einen Schritt weiter von dem Moloch dieser Stadt zurücktreten, konnte ich auf dem Gipfel des Mount Takao, von dem aus man nicht nur einen Ausblick über Tokio genießen, sondern auch an klaren Tagen bis zum Fuji sehen kann. In meinem letzten Artikel habe ich beschrieben, wie schön eine Fahrt auf der Autobahn sein kann, wenn man durch das Herz der Stadt fährt. Ähnlich verhält es sich mit dem Perspektivwechsel in die Vogelperspektive, die einem das Ausmaß der Metropole vor Augen hält. Über den ganzen Horizont erstrecken sich Bauten, in denen 10 Millionen Tokioter wohnen. In der gesamten Metropolregion sind es fast 40 Millionen Menschen.

Punkt 2: Schon wieder über die städtische Szenerie ins Schwärmen geraten. Check.

Was leuchtet noch? – Na klar, alles im Digital Art Museum!

Wie man vielleicht bemerkt, bin ich fasziniert von den bunten Lichtern Tokios. Von oben betrachtet, von der Straße aus betrachtet, in den Vergnügungsvierteln Shinjuku und Shibuya von den Neonlichtern und Reklametafeln und von den Illuminationen in der Stadt. In diesem Zusammenhang möchte ich ein Museum vorstellen, das mit seiner grenzensprengenden Lumineszenz fasziniert und außerdem jeden Follower auf Instagram neidisch macht (ja, so bin ich auf das Museum aufmerksam geworden).

Darf ich vorstellen? Instagram – Wonderland.

Die Rede ist von dem Digital Art Museum in Odaiba. Nicht nur der Titel-Zusatz „TeamLab Borderless“ macht deutlich, dass diese populäre Ausstellung die Vorstellung eines herkömmlichen Museums durch die außergewöhnliche Instagram-Tauglichkeit und tausendfache digitale Reproduktion sprengt. Auch die Kunstwerke an sich sind so designt, dass sie nicht an einem Ort verweilen, sondern wie die Besucher durch das Museum wandern und sich somit je nach Faktor Zeit verändern.

Die „ausgestellten“ Kunstwerke sind Projektionen von Blumen, Wasser, Tieren, Tieren aus Blumen, Blumen aus Wasser, Fischen im Wasser, Fischen auf Blumen, außerdem Lampen, Lichtstrahler und vieles mehr. Und alles ist auf die digitale Reproduktion durch Fotos ausgelegt. Wer hier nicht sein nächstes Profil-Foto schießt, ist am falschen Ort. Das alles wirft für mich die Frage auf, ob es sich tatsächlich noch um ein Museum handelt oder um eine neue Form des Snap-Chat-Tourismus. Vielleicht sollte die Definition für Museen („[…] im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, […] zum Zwecke des Studiums, der Bildung oder des Erlebens materielle[r] und immaterielle[r] Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt […]“ (Ethnische Richtlinien für Museen von ICOM, 2010)) mit der Klausel „um auf Social Media anzugeben“ erweitert werden. Wie dem auch sei, es ist ein sehr schöner, atmosphärischer Ort und man kann hübsche Fotos machen. Die leuchtenden Attraktionen faszinieren sehr.

Punkt 3: Einen zusammenhangslosen Bogen zum Digital Art Museum schlagen, damit man endlich mal jemandem die Fotos präsentieren kann. Check.

Bonus: In diesem Artikel sind ein paar „Wie dem auch sei“ versteckt. Kannst Du sie alle finden?

2 Kommentare

  1. Es war wunderschön durch das Museum zu schlendern und die Lichtkunst zu sehen. Der Artikel wie immer sehr schön geschrieben. Ich warte auf den Nächsten. Weiter so Hanna

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