Das TriVerM-Team stellt sich vor

Wenn man sich durch die Vereinbarkeit hangelt, sollten helfende Hände zum Auffangen bereitstehen.

Blöd ist, wenn in einem Einfraupluseinmannbetrieb mal ein Mann oder eine Frau ausfällt. Glück ist, wenn in solchen Fällen ein ganzer Trupp an Helfern Gewehr bei Fuß steht. TriVerM ist ein Gemeinschaftsprojekt – und jedes System, auch die Universität Trier, dreht sich nur so schnell wie das kleinste Rädchen.

Murphys Gesetz und väterliche Ratschläge

Die Bahn ist immer nur dann pünktlich, wenn man im Stau steht. Die Schlange im Supermarkt ist immer die mit den Rachepunkteeinlösern und Münzgeldbezahlern. Der innere Wochenendwecker eines Kleinkindes ist genetisch auf sechs Uhr programmiert. Und das unter allen Eltern wohl gefürchtetste unter Murphys Gesetzen lautet: Die Kinder werden immer dann krank, wenn beide Elternteile an diesem Tag vermeintlich wichtige Termine haben. Ach so, falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte: Unsere Jungs wachsen in einem Doppelklugscheißerelternhaus auf. Ein Umfeld, welches später gerne mal Pubertierende hervorbringt, die sich im Sommer am Turm Luxemburg die Birne wegkiffen, um die Erwartungshaltung der Akademikereltern mit jedem Joint ein klein wenig mehr nach unten anzupassen. Warten wir’s mal ab – vielleicht können wir ihnen ja rechtzeitig beibringen, dass Saufen dem Kiffen vorzuziehen ist, weil es weniger Langzeitschäden verursacht und man trotzdem noch Schule und Universität abschließen kann. Zumindest, wenn man rechtzeitig im Schuljahr oder Semester mit dem Feiern aufhört und mit dem Lernen anfängt. Wie, woher wir das wissen? Haben wir gehört, euer Vater und ich! (An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache an einen bestimmten Teil meiner Leserschaft, genauer gesagt meine Eltern. Natürlich trinke ich gemäß deinem Rat, Papa, niemals das letzte Bier, denn das könnte ja bekanntlich schlecht sein.[1] Und dass man von Schnaps besser die Finger lässt, daran halte ich selbstverständlich ebenfalls fest – damals wie heute.)

Leberwurst mit Fleischwurst

Apropos meine Eltern. Ihnen gilt der verzweifelte Anruf am frühen Morgen, mit dem Fiebersaft in der Hand und dem jammernden Kind im Ohr. Ob die Großeltern vielleicht ganz eventuell zufällig heute keine Termine hätten, denn blöderweise sei es nun mal so, dass der Kleine bedauerlicherweise ausgerechnet heute … – aus dem Hintergrund höre ich meine Mutter rufen: „Sag‘ ihr, wir sind schon unterwegs. Und wir bringen das Mittagessen mit.“ Ohne die allseits bereiten Großeltern würde das Vereinbarkeitsmanagement zusammenbrechen, und wenn ich mich in unserem Bekanntenkreis so umschaue, dann gibt es auf dieser Welt wohl sehr viele allseits bereite Großeltern, die Vereinbarkeitssysteme am Laufen halten. Eine Stunde später stehen meine Eltern vor der Tür, Sohn 2 läuft glücklich in Omas Arme, und ich mache mich beruhigt auf den Weg zur Arbeit, wohlwissend, dass er in keinen besseren Händen bzw. Armen sein könnte. Gut, man darf jetzt natürlich von Großeltern nicht erwarten, dass sie ernsthafte Erziehungsmaßnahmen ergreifen. Das Wort Nein wurde offensichtlich mit dem Auszug der eigenen Kinder aus dem Wortschatz gestrichen. Beim Essen gelten Regeln? Das war einmal. Es wird gegessen, was verlangt wird. Und sollte sich Sohn 2 einmal nicht zwischen einem Brot mit Leberwurst und einem Brot mit Fleischwurst entscheiden können, meine Mutter wäre keine Oma, hätte sie da keine Lösung parat. Und so komme ich nach der Arbeit nach Hause und sehe Sohn 2 friedlich kauend am Tisch sitzen, vor ihm ein Brot mit geschätzten zwei Zentimetern Leberwurst beschmiert, auf denen ein geschätzt ebenfalls zwei Zentimeter dickes Stück Fleischwurst thront – ich ahne, dass sich unter der Schicht Leberwurst noch eine ordentliche Schicht Butter befindet. Kommentar meiner Mutter: „Er wollte das so.“ Und wer wollte dem Willen eines kranken Enkels widersprechen?

Auf Fred und Joachim ist Verlass

Doch nicht nur bei TriVerM sind es die vielen helfenden Hände, die das System erst möglich machen. Die Professorenschaft könnte noch so genial forschen und die Lehrenden noch so geniale Veranstaltungen anbieten – ohne ihre Freds und Joachims würde die Uni Trier nicht funktionieren. Ihr kennt die beiden nicht? Das kann ich mir kaum vorstellen. Der Mann, der sommers wie winters unermüdlich in den Sportanlagen im Einsatz ist, vorsorglich mit dem Wassersprenger über die Tennisplätze geht, die Joggingstrecke vom Laub befreit und überhaupt jedes noch so kleine Detail im Auge behält, das ist Fred. Und dazwischen bleibt immer noch Zeit für eine freundliche Nachfrage, wie es denn mit dem Training laufe und wie es den Kindern gehe. Oder eben die Pedelle. Als ich im letzten Sommer gleich zwei Mal in einer Woche meinen Büroschlüssel irgendwo liegengelassen hatte und dieser an der Pforte abgegeben wurde, bot man mir eine eigens für mich kreierte Bonuskarte an. Beim zehnten Verluststempel spendiere man mir einen Kaffee – wenn das mal kein Service ist. Ach ja, und ich solle doch bitte nicht auf die Idee kommen, mein Schlüsselband zu wechseln, wo man doch inzwischen auch ohne das Auslesen des Transponders wisse, welche Telefonnummer zu wählen sei. Mit hinreichend Humor und Pragmatismus lassen sich auch dusselige Mitarbeiter wie die Dame aus der Qualitätssicherung ertragen, scheint es mir. (An dieser Stelle ein weiterer kleiner Hinweis in eigener Sache: Liebe Pedelle, mein Schlüsselband ist seit kurzem weiß, mit hellgrünem Uni-GR-Aufdruck – ich dachte, das solltet ihr vielleicht wissen, jetzt, wo der Frühling vor der Tür steht. Und Fred, mach‘ dir bitte keine Sorgen um mich – ich war die letzten beiden Wochen leider krank, werde mein Training jedoch baldmöglichst wieder aufnehmen, versprochen.)

[1] Wem dieser Wortlaut unbekannt sein sollte: Mein Vater begrüßte mich früher beim sonntäglichen Mittagessen, wenn ich offensichtlich ein wenig verkatert aussah, gerne mit den Worten: „Edith, was ist denn los? War das letzte Bier schlecht? Ich sage dir doch immer, das sollst du weglassen!“