Alles nur ein Traum?

Die Zeit in Madrid ging zu Ende, ich musste mich von meinen neu gewonnenen Freunden und meinem vier monatigen Leben in Spaniens Hauptstadt verabschieden. Wann ich wiederkommen werde? Weiß ich nicht. Ob ich wiederkommen werde? Auf jeden Fall! 

Wiedersehen in Deutschland

Höre ich heute Nachrichten im Radio an deren Ende der Sprecher verkündet, dass die Neuigkeit aus Madrid kam, wird mein Herz für kurze Zeit ganz warm.

Weihnachten bei Feldmanns

Nachdem ich zurück in Deutschland war, die Weihnachtsfeiertage überstanden waren und Silvester gefeiert wurde, sortierte ich die Bilder aus meinem Erasmus Semester, bestellte sie und legte ein Album an, sodass ich mich ein Leben lang an diese Zeit erinnern kann. Nun kommt es mir manchmal vor wie ein abgeschlossenes Kapitel eines Buches, das sich Leben nennt.

Vergangenheit

Anfangs fragten alle Freunde und Familienmitglieder: „Und, wie war’s?“ „Es war toll! Ich bin wirklich froh, dass ich den Schritt gewagt habe“, kam als wiederholte Antwort aus meinem Mund. Doch eigentlich drückt das nicht mal annähernd aus, was ich empfinde und wie es wirklich war. Wie soll man vier Monate Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse, Abenteuer und Gefühle in Worte, geschweige denn in ein kurzes Fazit packen? Für mich unmöglich.
Nach einer Zeit hat man alle wiedergesehen und das Thema Madrid scheint gegessen zu sein. An manchen Tagen muss ich mir selbst sagen: „Du warst wirklich dort. Das war kein Traum.“ Das Gefühl, das sich dann in mir ausbreitet, kann ich schlecht beschreiben. Es ist wohl eine Mischung aus Wehmut und Glücksgefühlen. Da gibt es eine Stadt auf dieser Welt, die für mich voller Erinnerungen steckt und die ich wohl niemals wieder vergessen werde.

Freundschaft 

Besuch aus dem Norden

Im Januar besuchte mich eine Freundin aus Madrid, die aus dem Norden Deutschlands kommt. Plötzlich wurde alles wieder real. Man hatte jemand, mit dem man die Zeit wieder aufleben und lebendig werden lassen konnte. Nicht mit allen neuen Freunden wird der Kontakt halten, das war mir von Anfang an bewusst. Doch wenn es dann so weit ist, tut es trotzdem ein bisschen weh. Wir waren so viele Wochen unsere engsten Bezugspersonen, haben uns geholfen und uns gegenseitig vertraut, Geburtstage und Partys gefeiert, Madrids Läden ausgekauft, gemeinsam gekocht oder Filme geschaut. Nur sie wissen, wie mein Alltag in Madrid wirklich aussah. 

Madrid-Mädels

Veränderung 

Man sagt immer, man würde wachsen und reifen im Ausland. Und tatsächlich: Ich musste Mut beweisen, als ich alleine in den Flieger stieg oder am ersten Tag durch Madrid an die Uni fuhr, ohne zu wissen, was oder wer mich dort erwartet. Auch meine Geduld und Toleranz sollten auf die Probe gestellt werden, als es Probleme mit dem Vermieter gab oder mein Handy geklaut wurde. Ich kann (glaube ich zumindest) von mir sagen, dass ich selbstständiger, selbstbewusster und offener wurde. Ich bin an den Menschen, denen ich begegnet bin, gewachsen und habe sie in mein Herz gelassen. Auch mein Verständnis für Familie, meine Beziehung und Freunde zu Hause hat sich ein wenig verändert, und zwar in dem Sinne, dass ich sehr sehr dankbar bin, dass sie für mich da sind, mich unterstützen und auf mich warten, wenn ich nach Hause zurückkomme. Momentan könnte ich mir nicht vorstellen, sie so schnell wieder zu verlassen. Doch der Reiz des Auslandes hält an. Ich bin gespannt, was die Zukunft für mich bereithält und wo sie mich hintreibt. 

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