Eine kleine Geschichte über die Freundschaft

Madrid-Mädels

Con amigas como tu sé que todo saldrá bien – Mit Freunden wie dir, weiß ich, dass alles gut geht. 

Der Beginn einer Freundschaft

An meinem ersten Tag an der Uni in Madrid lernte ich zwei Mädels aus Finnland kennen. Wir schlenderten gemeinsam über den Campus Richtung Cafeteria, als ich deutsche Worte hörte. Mein Herz machte einen kleinen Sprung, eine vertraute Sprache in einer noch komplett unvertrauten Umgebung, einem unvertrauten Land, einer unvertrauten Uni. Freudig rief ich in die Runde: „Oh hallo, Deutsche!“. Eigentlich wollte ich es dabei belassen, bzw. alles ging so schnell, ich bin mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt etwas dachte.
Bevor ich nach Madrid kam, machte ich mir wenig Sorgen darüber, ob ich Freunde finden würde und welcher Herkunft sie sein werden. Ich war mir ziemlich sicher, dass sich das alles in den ersten Tagen ergeben wird.
Jedenfalls blieben die Deutschen stehen, wir hielten eine Weile Smalltalk und beschlossen zusammen zur Cafeteria zu gehen. Auch bei der Willkommens-Veranstaltung und dem Umtrunk danach waren wir beisammen. Wir quatschen also alle wild und noch ein wenig unsicher durcheinander, als ein weiteres Mädchen ihren Kopf in die Runde steckte. „Hi, kann ich mich zu euch stellen?“, so oder so ähnlich begrüßte uns Nieke, aus Ostfriesland. Somit war die Runde fast komplett, Elli sollte später bei einer Party noch dazu stoßen. 

Die Reise der Freundschaft durch Madrid

In den nächsten vier Monaten waren das die Mädels, mit denen ich Madrid erkundete, eine Menge Tinto trank und Tapas aß, denen ich mein Leid klagte und mit denen ich sämtliche Städte Spaniens unsicher machte. Wir sahen uns nahezu jeden Tag, wohnten alle nur mal mehr, mal weniger stramme Fußmärsche voneinander entfernt. Dadurch lernten wir uns sehr schnell sehr gut kennen.
Dann war das Auslandssemester vorbei. In unserer Whatsappgruppe wurde bald die Planung für das nächste Wiedersehen vorangetrieben und demnächst ist es soweit: Ende Juni sehen wir uns alle wieder!

Ein freudiger Besuch

Doch Nieke kam mich schon früher besuchen. Letztes Wochenende bestritt sie den weiten Weg von Bremen nach Trier! Ab der ersten Sekunde war es, als hätten wir uns gerade erst gesehen. Wir quatschten ununterbrochen, bis unsere Stimmbänder mit Tinto de Verano geölt werden mussten! Währenddessen führte ich sie zu den schönsten Ecken von Trier.
Neben den Bergen und Tälern stellten die Weinberge für sie eine besondere Attraktion dar. Die gibt es nämlich im Norden nicht!

Niekes Begeisterung Weinberg – Petrisberg Aussicht

Am zweiten Abend bereiteten wir uns ein richtiges Schlemmer-Abendessen zu: geröstetes Brot mit Ziegenkäse, karamellisierten Zwiebeln und gebratener Birne, dazu einen großen, grünen Salat, Oliven und natürlich Tinto! Das schmeckte nach Spanien. 🙂

Spanisches Dinner – la cena español

Danach lernte sie meine Trierer-Mädels im Cubi und später im Täglich kennen. Ich freute mich darüber wie gut sie sich verstanden und beobachtete, wie sich Trier und Madrid vor meinen Augen vermischte. Auf der einen Seite ein komisches Gefühl, doch auf der anderen Seite fühlte es sich ganz natürlich an. 

Nieke brachte die Sehnsucht nach der Zeit im Auslandssemester zum Pochen. Es tat unglaublich gut mal wieder so intensiv über Madrid zu reden und die Geschichten aufleben zu lassen.
Da ihr Freund nun in Madrid arbeitet, verschlägt es Nieke öfter dorthin zurück. Doch sie sagt, es sei etwas komplett anderes, weil wir Mädels eben nicht mehr da sind. 

Die Eingebung

Da wurde mir etwas klar: Ich hänge gar nicht mal so sehr an Madrid, mir fehlen einfach nur die Mädels, die Madrid so unvergesslich gemacht haben! Und das lässt sich ja ändern! 🙂

Am Ende ist es nicht die Stadt, die wir vermissen, sondern die Menschen, die wir mit der Stadt verbinden.
Wenn ich also nur einen Grund nennen dürfte, warum ein Auslandssemester eine gute Sache ist, dann wären das die Menschen.
Laura, Anna, Wiebke, Nina, Nieke und Elli. 

Madrid-Mädels

Danke für die tolle Zeit!

Und danke an euch, dass ihr die Reise durch mein Auslandssemester mitverfolgt habt. Hiermit beende ich diesen Blog.

Bis bald,
Lynn