City Campus traf den Nerv des Publikums

Mit Resonanz und Ablauf zufrieden

Nach dem City Campus ist vor dem City Campus? Noch steht eine Antwort auf die Frage aus, ob die Premiere der gemeinsamen „Langen Nacht der Wissenschaft“ von Universität und Fachhochschule eine Neuauflage erfährt. Geht es nach Dr. Christel Egner-Duppich, dann war es nicht der erste und letzte City Campus, der am 28. September Tausende Besucher in die Trierer Innenstadt gelockt hat. „Diesen Erfolg sollte man nicht als etwas Einmaliges stehen lassen“, sagt sie. Unterstützung erfährt die Projektleiterin von Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel: „Ich bin der Meinung, dass daraus eine feste Institution werden sollte. In welcher Form und in welchem Rhythmus dies realisiert werden kann, ist noch zu überlegen.“ Wertet man die hohe Besucherzahl als eine „Zustimmung mit Füßen“ und nimmt man die ersten – ganz überwiegend positiven Reaktionen – als Maßstab, ist dem aus Sicht des Publikums nichts entgegenzusetzen.

Eine tiefschürfende Reflexion und Evaluation der Premiere steht allerdings noch aus. Wichtige Aufschlüsse über die Akzeptanz der Veranstaltung dürfte eine Besucher-Befragung erbringen, die unter Leitung von Prof. Dr. Rüdiger Jacob (Fachbereich IV) während des City Campus durchgeführt wurde. Frühestens nach deren Auswertung liegen verlässlichere Zahlen und Wertungen vor. Nach Schätzungen dürften mehrere Tausend Wissbegierige in der Wissenschaftsnacht zwischen Kornmarkt und Domfreihof unterwegs gewesen sein. „Die Besucherzahlen haben unsere Erwartungen übertroffen. Die meisten Veranstaltungen und Präsentationen waren gut bis sehr gut besucht“, fasst Christel Egner-Duppich ihre eigenen Eindrücke und eingegangene Kommentare zusammen. An einigen überfüllten Standorten drehten Besucher Warteschleifen, um bei einer späteren Wiederholung des Vortrages oder der Präsentation einen Platz zu finden.

Die enorme Resonanz beantwortet zumindest die Frage, ob es in Trier und der Region einen Bedarf für eine solche Veranstaltung gibt. Und auch an der Wahl der Innenstadt als Schauplatz der Nacht der Wissenschaft dürften kaum Zweifel aufkommen. „Die Innenstadt war genau der richtige Veranstaltungsort“, bekräftigt Jäckel. Breitere Diskussionen dürften sich zur Einschätzung von „Aufwand und Ertrag“ einer solchen Großveranstaltung entfalten und zu dem von Kritikern vorgebrachten Einwand, dass sich die Hochschule in Zeiten von Strukturdiskussion und Sparkurs nicht weitere „freiwillige“ Aufgaben aufbürden sollte. In welcher Form und in welchem Umfang die beiden Hochschulen von der Öffnung für ein breites Publikum letztendlich profitieren, lässt sich kaum belastbar messen oder quantifizieren. Es besteht aber offensichtlich ein gegenseitiges Interesse: und zwar der Bürger an dem, was in den Hochschulen geforscht, gelehrt und entwickelt wird und der Wissenschaftler an der Wissensweitergabe und an den Reaktionen und Bedarfen der Bevölkerung.

Unstreitig erforderte die Durchführung enorme Anstrengungen nicht nur von dem zunächst drei- und später fünfköpfigen Organisationsteam.  Pedelle, Schlosser, Gärtner, Schreiner, Helfer aus allen Bereichen der Universität – unter anderem auch aus dem Seniorenstudium – und nicht zuletzt Wissenschaftler und ihre Mitarbeitenden machten durch ihren persönlichen Einsatz bis tief in die Nacht hinein den City Campus zu einem Publikumserfolg. „Für eine Veranstaltung in dieser Dimension waren die Ressourcen knapp bemessen. In der heißen Phase und bei der Durchführung selbst wäre mehr Personal erforderlich gewesen“, resümiert Christel Egner-Duppich.

In Ergänzung zur Besucher-Befragung will sie bei den Referenten ein Feedback über deren Eindrücke und Ansichten einholen. Diese Ergebnisse, die bei der Premiere geleisteten organisatorischen Vorarbeiten und die gesammelten Erfahrungen könnten bei einer Wiederholung des City Campus zum Tragen kommen. „Ich bin mit dem Ablauf sehr zufrieden. Die Resonanzen von Besuchern und Referenten, die bei mir angekommen sind, waren durchweg positiv“, sagt Präsident Jäckel. Für Christel Egner-Duppich steht trotz der arbeitsintensiven Wochen fest: „In welcher Form auch immer: Man sollte die Veranstaltung verstetigen.“

Zur Homepage

[imagebrowser id=5]