Hoch­schul­rat befass­te sich mit Mas­ter­stu­di­um und Moratorium

Struk­tur­de­bat­te hat gute Ide­en geboren

Der Hoch­schul­rat infor­mier­te sich in sei­ner jüngs­ten Sit­zung aus­führ­lich über die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen an der Uni­ver­si­tät Trier, ins­be­son­de­re auch über das Mora­to­ri­um. Außer­dem wid­me­te sich das Gre­mi­um unter ande­rem einem Arbeits­pa­pier zur Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung der Masterstudiengänge.

An der Uni­ver­si­tät Trier sind zum Win­ter­se­mes­ter 20 bis 30 Pro­zent mehr Stu­di­en­platz-Bewer­bun­gen ein­ge­gan­gen als ein Jahr zuvor. Den­noch rech­net der Prä­si­dent mit einer gleich­blei­ben­den Zahl an Stu­di­en­star­tern. War­um sich die höhe­re Bewer­ber­zahl bei den Ein­schrei­bun­gen wahr­schein­lich nicht  aus­wir­ke, begrün­de­te Prof. Dr. Micha­el Jäckel in sei­nem Bericht mit dem zöger­li­chen Ent­schei­dungs­ver­hal­ten der Stu­di­en­star­ter, die sich mehr­fach an Uni­ver­si­tä­ten bewer­ben. Wegen der nach wie vor aus­ste­hen­den Umset­zung eines bun­des­wei­ten Ver­ga­be­sys­tems für Stu­di­en­plät­ze las­sen sich ver­läss­li­che Zah­len zu den Ein­schrei­bun­gen aller­dings erst nach dem Semes­ter­be­ginn ermitteln.

An der Uni­ver­si­tät soll ein neu­er Stu­di­en­gang „Pfle­ge­wis­sen­schaf­ten“ ein­ge­rich­tet wer­den, berich­te­te Jäckel wei­ter. Ein Ent­wurf wur­de beim Minis­te­ri­um ein­ge­reicht, mit der Rea­li­sie­rung sei frü­hes­tens 2014 zu rech­nen. Im Antrag für die For­schungs­in­itia­ti­ve 2014 bis 2016 will die Uni­ver­si­tät neue For­schungs­ver­bün­de und For­schungs­pro­jek­te ein­brin­gen. Außer­dem fas­se man eine sys­te­ma­ti­sche Eva­lu­ie­rung der bis­he­ri­gen Ver­bün­de ins Auge, führ­te Jäckel in sei­nem Bericht wei­ter aus.

Der Start für die geplan­te Erwei­te­rung des D-Gebäu­des ver­zö­gert sich. Als Grund nann­te der Prä­si­dent die hohe Zahl an Pro­jek­ten, die beim zustän­di­gen Lan­des­be­trieb Lie­gen­schafts- und Bau­be­treu­ung (LBB) anliege.

Zum Tages­ord­nungs­punkt „Mora­to­ri­um“ infor­mier­te Jäckel das Gre­mi­um dar­über, dass der Stopp für die Wie­der­be­set­zung unbe­fris­te­ter Stel­len an der Uni­ver­si­tät eine kon­tro­ver­se, aber frucht­ba­re Dis­kus­si­on aus­ge­löst habe. Ende Okto­ber sol­le eine Kom­mis­si­on aus wis­sen­schaft­li­chen und nicht-wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern ein­ge­setzt wer­den, die ein­ge­gan­ge­ne Vor­schlä­ge zur Struk­tur­dis­kus­si­on bewer­tet. „Die­ser Pro­zess ver­zahnt Über­le­gun­gen zu den Finan­zen und zur Struk­tur der Uni­ver­si­tät mit­ein­an­der“, trat Vize­prä­si­dent Prof. Dr. Joa­chim Hill einer ver­eng­ten Per­spek­ti­ve der aktu­el­len Dis­kus­si­on allei­ne auf den Haus­halt ent­ge­gen. Die Uni­ver­si­tät Trier ste­he mit dem Pro­blem knap­per Mit­tel nicht allei­ne da. So habe die Uni­ver­si­tät Koblenz-Land­au bereits Fächer geschlos­sen. Kanz­ler Dr. Klaus Hem­bach ver­deut­lich­te den Hoch­schul­rats­mit­glie­dern, dass sich die Uni­ver­si­täts­lei­tung mit den ein­ge­lei­te­ten Maß­nah­men früh­zei­tig auf zu erwar­ten­de finan­zi­el­le Eng­päs­se vor­be­rei­ten wol­le. Der Vor­sit­zen­de des Hoch­schul­ra­tes, Dr. Josef Peter Mer­tes, begrün­de­te die Not­wen­dig­keit einer früh­zei­ti­gen Dis­kus­si­on der Haus­halts- und Struk­tur­fra­gen mit der Haus­lei­tung des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums. Die Tat­sa­che, dass im Voll­zug des der­zeit lau­fen­den Dop­pel­haus­hal­tes 2012/2013 des Lan­des noch kei­ne Ver­än­de­run­gen zwin­gend not­wen­dig sei­en, ver­deut­li­che, dass sowohl für den uni­ver­si­täts­in­ter­nen als auch den exter­nen Dia­log hin­rei­chend Zeit vor­han­den sei.

Die Fra­ge von Hoch­schul­rats­mit­glied Prof. Dr. Ger­hard Rob­bers, ob eine öffent­li­che Dis­kus­si­on über das Mora­to­ri­um gewollt gewe­sen sei und ob sie in die Uni­ver­si­tät hin­ein oder auf das Minis­te­ri­um zie­le, beant­wor­te­te der Prä­si­dent: „ Wir haben die öffent­li­che Dis­kus­si­on nicht gesucht, aber auch nicht gescheut. Bei der Debat­te nach innen sind gute Ide­en zustan­de gekom­men, die in ein paar Jah­ren Früch­te tra­gen könnten.“

Wie kann die Attrak­ti­vi­tät der Uni­ver­si­tät Trier im Hin­blick auf ihr Ange­bot an Mas­ter­stu­di­en­gän­gen gestei­gert wer­den? Mit die­ser Fra­ge befass­te sich eine Arbeits­grup­pe des Hoch­schul­ra­tes, deren Ergeb­nis­se in einem Papier zusam­men­ge­fasst und nun im Ple­num zur Dis­kus­si­on gestellt wur­den. Das Ergeb­nis soll als Emp­feh­lung vor­ge­legt werden.